KSC-Ultras
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Kommentar vom 24.01.2011 um 18:19 Uhr zu Wie stehen Sie zu einer Jugendfoerdergemeinschaft zwischen dem KSC und dem SVH?
Servus beisammen,
erstmal muss ich sagen es mag für viele Eltern oder erfolgsorientierte Spieler sehr verlockend klingen, eine solche JFG zu gründen. Aber is das wirklich das was wir als KSC haben wollen?
Warum ist auf einmal dieser Erfolgsdruck da? Weil unsere erste Mannschaft sensationell in die BOL gekommen, unsere zweite und dritte aufgestiegen sind, die D-jugend es geschafft hat in die KreisLIGA sich zu schießen, die C diese Saison wieder in die Kreisklasse aufsteigt, in der B und A schon spielen? Und alle Teams bestehen aus Kirchheimer Spielern und ein paar die meines Wissens ohne irgendwelche großen Verlockungen wie Fußballschuhe, Geld oder sonstigem gerne hier spielen, was in Heimstetten nicht ganz so selbstverständlich ist. Sind das nicht Anzeichen von jahrelanger guter Arbeit? Was spricht bitte dagegen so weiter zu arbeiten? Müssen wir das bewährte Konzept übern Haufen werfen, nur damit wir noch erfolgreicher werden und mehr Geld schäffeln können???
Als nächstes frage ich mich ob unsere Herrenmannschaften wirklich so sehr von der JFG profitieren? Ehrlich betrachtet werden die sehr guten Spieler von Heimstetten verpflichtet, die guten die meinen sie könnten was, gehen zu SVHII, damit sie sich ihre Chance für die erste bewahren und der Rest verteilt sich nach Sympathie.
Hinzu kommt, dass sich wenige aus den Herrenmannschaften von irgendwelchen erfolgsorientierten Spielern aus anderen Orten, denen der Verein scheiß egal ist (wovon Heimstetten schon genug hat und eine JFG noch mehr anzieht) verdrängen lässt. Eher werden die meisten wohl eher den Verein verlassen. Auch unsere dritte und vierte müssten Spieler aufnehmen, die in das Freizeitkonzept der Teams nicht reinpassen.
Über das Argument „Wir finden Rivalitäten am Ort sollten nicht auf den Schultern unser fussballspielenden Kinder ausgetragen werden.“:
Ich kann nur sagen, es gibt nichts Schöneres als Derbys! Aber auch pädagogisch betrachtet ist es glaub ich hilfreich, wenn man über den Sport lernt, mit Rivalität umzugehen. Außerdem kann ich aus eigener Erfahrung behaupten, dass ich nach 90 Minuten Feind sein mit ein paar Heimstettnern danach trotzdem mich wieder freundschaftlich unterhalten konnte.
Dass Freizeitspieler eher Chancen haben zu spielen, ist nur bedingt richtig. Es ist immer Jahrgangsabhängig. Es ist immer Zufall, ob genug Spieler für eine weitere Mannschaft vorhanden sind. Aus 25 Spielern kann man zum Beispiel keine 2 Mannschaften bilden, aber aus 40 kann man auch keine 3 Mannschaften bilden. In beiden Varianten kommen viele nicht zum Einsatz. Vielmehr ist es grad für Kinder schwer, in Leistungszentren freizeitmäßig zu spielen, bzw. da nur als dritte Wahl zu gelten.
Es kommt hinzu, dass die Freizeitmannschaften dann oft vernachlässigt und abgestuft werden. Ich selber habe die Erfahrung als D2-Trainer der Spielgemeinschaft KSC/SVH gemacht. Wir wurden (trotz Versprechen) bei der Austragung der Heimstettner Hallenturniere nicht berücksichtigt, wurden vom Rasen auf den Kunstrasen verwiesen (auf dem die anderen Heimstettner Mannschaften spielen durften), weil wir nur „Kirchheimer Gesindel“ wären und haben allgemein eher Verachtung zu spüren bekommen.
Um mal abzuschließen, will ich noch erklären, was den KSC so ausmacht, dass viele ihn so lieben: Hier gibt es ein Vereinsgefühl, welches in kaum einem anderen herrscht. Für viele ist es ein perfekter Treffpunkt von Freunden und um neue Leute kennen zu lernen. Es gibt legendäre Mannschaftsübergreifende Feiern, jeder kennt jeden, man schaut sich auch Spiele der anderen Mannschaften an, etc. Und ich glaube 4 Herrenmannschaften sprechen für sich!
Daher sollte sich jeder fragen, was für sich oder seine Kinder besser ist: Ein großartiges Vereinsgefühl mit Freunden, Sport und Spaß, oder eine auf Erfolg ausgerichtete JFG?
Schönen Gruß,
Dominik Achilles (ehemaliger Spieler und Trainer)
